Neuer Videobeitrag über Absolute Beginners im ZDF: Jan, 40: „Am meisten leide ich Weihnachten“

Die Sendung „Volle Kanne“ im ZDF hat sich mit dem Thema Absolute Beginners auseinander gesetzt. Schaut euch das mal an, wie findet ihr den Beitrag (Klick auf das Vorschaubild führt zum Video bei Facebook)?

Insgesamt nimmt der Beitrag die Betroffenen ernst, das ist gut. Aber mich stört die belustigt-naive Stimme der Sprecherin, die über Absolute Beginners redet, als würde sie irgendeine Anekdote erzählen. Es sind auch ein paar seltsame Aussagen im Beitrag drin:

  • Menschen bleiben unerfahren, weil ihre Brüste ungleich groß sind oder ein gewisses anderes Geschlechtsteil zu klein? Also in all den Jahren, in denen ich mich mit dem Thema beschäftige, habe ich so eine Begründung von Betroffenen noch nie gehört, das scheint mir wirklich nicht das Hauptproblem zu sein.
  • Erfahrungsaustausch in der Selbsthilfegruppe kann helfen, wenn man sich gegenseitig  Flirttipps gibt? Nun ja, das geht meist nach hinten los, weil die andere ja oft auch keine Erfolge beim Flirten haben. Selbsthilfegruppen helfen eher dabei, sich mit seinem Problem nicht mehr alleine zu fühlen. Beim Flirten hilft besser der Erotikcoach.
  • Das Phänomen der unfreiwilligen Sex- und Beziehungslosigkeit betrifft hauptsächlich Männer? Also Bitte, den Gegenbeweis habe ich in „Und wer küsst mich“ schon vor Jahren angetreten.

Nun ja, aber so ist das mit Dreiminutenbeiträgen in Magazinsendungen, in denen es auf den Unterhaltungswert ankommt. Trotzdem gut, wenn das Thema bekannt gemacht wird.

5 Gedanken zu „Neuer Videobeitrag über Absolute Beginners im ZDF: Jan, 40: „Am meisten leide ich Weihnachten“

    • Maja Roedenbeck Schäfer sagt:

      Hallo Katrin, für alle, die nicht wissen, was das ist: frauenfeindlich? Ja, das kann man so sehen, finde ich. Die Genderdebatte ist überall, und im Beitrag wird völlig unkritisch von „typisch Mann“ geredet. Wenn nicht frauenfeindlich, so ist das doch auf jeden Fall altmodisch. LG, Maja

  1. Katrin Lehmann sagt:

    Erfahrungsaustausch in einer Selbsthilfegruppe inklusive „Flirttipps“ kann auch hilfreich sein wahrscheinlich – solange ausreichend ehemalige Betroffene auch dabei sind. Außerdem sollten in so einer Selbsthilfegruppe wohl wahrscheinlich unbedingt beide Geschlechter vertreten sein, da insbesondere Männer allein sonst wahrscheinlich zu sehr ausgesprochen frauenfeindlichen Denk- und Verhaltensweisen neigen könnten…

    Das mit den „ungleich großen Brüsten“ usw. war wahrscheinlich so gemeint, dass man als AB ja oft nicht weiß, woran der mangelnde Erfolg wirklich liegt und dann entwickelt man sehr leicht die unterschiedlichsten Befürchtungen.

    • Maja Roedenbeck Schäfer sagt:

      Ja deine Gedanken zur Selbsthilfegruppe klingen sinnvoll. Ich hab halt von vielen gehört, dass man sich da auf die Dauer nur im Kreis dreht mit Theorien. Aber das hängt natürlich total von den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe ab. Und auf jeden Fall ist eine Selbsthilfegruppe ein guter erster Anlaufpunkt. Aber meinen Recherchen nach nicht der einzige Schritt, der gegangen werden muss, um etwas zu verändern.

  2. Katrin Lehmann sagt:

    Ja genau. Gegen das dauerhafte Im-Kreis-Drehen würden vermutlich genügend ehemalige AB*innen am Besten helfen.

    Und gegen extrem frauenverachtende Theorien, wie die, dass man als Frau doch bitte in die nächst beste Bar gehen soll und dort mit dem nchst bestwn mitgehen, der seinen Schwanz vielleicht in einen reinschieben will, ob frau derjenige nun gefällt oder nicht. Und wenn er ihr NICHT gefällt und sie deshalb nicht mitgeht, ist ske einfach nur „zu wählerisch“ und „selbst schuld“ an ihrem AB-Dasein, helfen wahrscheinlich am Besten noch viele Frauen in den Gruppen.

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