Neuer Videobeitrag über Absolute Beginners im ZDF: Jan, 40: „Am meisten leide ich Weihnachten“

Die Sendung „Volle Kanne“ im ZDF hat sich mit dem Thema Absolute Beginners auseinander gesetzt. Schaut euch das mal an, wie findet ihr den Beitrag (Per Klick wird das Video bei Facebook gestartet)?

Insgesamt nimmt der Beitrag die Betroffenen ernst, das ist gut. Aber mich stört die belustigt-naive Stimme der Sprecherin, die über Absolute Beginners redet, als würde sie irgendeine Anekdote erzählen. Es sind auch ein paar seltsame Aussagen im Beitrag drin: Weiterlesen

Neues AB-Portrait – online only: Hugo, 40, in der Psychiatrie tätig

Wieviel Erfahrung darf man haben, um noch als Absolute Beginner zu gelten? Das steht natürlich in keinem Gesetz, aber Betroffene diskutieren sich darüber die Köpfe heiß. Hugo hat mit drei Frauen geschlafen, wenige Male, und dazwischen 25 Erwachsenen-Jahre allein verbracht. So genannte Hardcore ABs sagen: „Na, der ist doch nicht mehr unerfahren! Wenigstens hat er das eine oder andere Erlebnis, an das er zurückdenken kann, während ich die nicht habe!“ Aber mit dem Sex ist das wie mit einem Urlaub. Was bleibt davon übrig außer vagen Erinnerungen? Und was helfen die einem im einsamen Alltag? Hugo jedenfalls hat Phasen erlebt, in denen er sich vor Verzweiflung über seine weitgehende Unerfahrenheit selbst verletzte. Aber er hat sich auch wieder gefangen. Lest selbst und hinterlasst eure Meinung: Ist jemand wie Hugo ein AB?

„Es ist für mich keine Krankheit mehr, ohne Freundin dazustehen“

Unerfahrenheit wird schnell gleichgesetzt mit Einsamkeit. Dabei muss ein Unerfahrener nicht zwangsläufig einsam sein. Ich bin nicht einsam. Ich habe unerfüllte Sehnsüchte. Und ich will natürlich auch nicht behaupten, dass ich es schön finde, der einzige zu sein, der nach einem lustigen Abend mit Freunden allein nach Hause geht, während sich alle anderen zu zweit auf den Weg machen. Aber das lässt mich nicht verzweifeln. Nicht mehr. Weiterlesen

Christian (30), Jurist: Ein schwuler AB erzählt

Liebe Leser*innen dieses Buch-Blogs, schon häufiger haben sich per Kommentar oder E-Mail Betroffene gemeldet, um mich darauf hinzuweisen, dass ich einen wichtigen Aspekt in meinem Buch „Und wer küsst mich“ vergessen habe: homosexuelle Absolute Beginners. Ich kann mich nur entschuldigen: Ja, habe ich wirklich vergessen. Während meiner Recherchen ist mir kein homosexueller AB begegnet und von selbst bin ich nicht darauf gekommen, dass diese Untergruppe der ABs noch einmal ganz besonderen Schwierigkeiten gegenübersteht. Umso dankbarer bin ich, dass sich nun einer der Kommentatoren bereiterklärt hat, hier im Buch-Blog seine Geschichte zu erzählen! Lest selbst. Wer danach gerne Kontakt zu Christian aufnehmen möchte, worüber er sich freuen würde, kann sich übrigens bei mir melden unter redaktion[at]maja-roedenbeck.de. Ich leite das dann weiter!

Christian (30), Jurist: Ein schwuler AB erzählt

Das Internet kennt inzwischen etliche Geschichten von Absolute Beginners jeden Alters und aus allen Berufen und Gesellschaftsschichten. Nur eine Gruppe kommt irgendwie nicht vor: die Schwulen. Woran liegt das? Bin ich der einzige schwule AB? Habe ich doppelt was falsch gemacht? Ist meine Geschichte so einzigartig? Bei uns Schwulen Weiterlesen

Neues AB-Portrait: Lara (28), Bürokauffrau

Hier kommt der dritte Teil meiner Serie bisher unveröffentlichter AB-Protokolle. Es handelt sich um Portraits, die ich für mein Buch “Und wer küsst mich“, zu dem dieser Blog gehört, aufgezeichnet hatte, die dann aber im Lektorat aus dem Manuskript herausgekürzt wurden. Nach den Geschichten von Lucy (26) und Sascha (28) erzählt jetzt Lara, 28, Bürokauffrau:

„Lieber ein bisschen später seine Erfahrungen sammeln als so früh, dass sie einem die ganze Kindheit ruinieren“

Ich bin eine Ex-ABine. Eigentlich möchte ich lieber Spätzünderin sagen, denn als Absolute Beginner habe ich mich nie definiert. Klar war ich bis vor zwei Jahren völlig unerfahren, aber fünf Jahre meines Lebens habe ich an eine psychosomatische Krankheit verloren, die mir wirklich keinen Nerv gelassen hat, mich zu verlieben oder mich in Sachen Männer auszuprobieren. Wenn ich diese fünf Krankheitsjahre von meiner partnerlosen Zeit abziehe, sind wir bei 21 Jahren. Und in dem Alter halte ich eine Frau noch für eine Spätzünderin. Offiziell gelten zwar alle Unerfahrenen ab 20 schon als ABs, aber ich finde das zu früh. Wenn ich so in die AB-Foren im Internet schaue, haben es in den vergangenen Monaten viele Mitglieder bis zu ihrem 25. Geburtstag Weiterlesen

Absoluter Beginner sein – wie fühlt sich das an?

Heute bekam ich folgende seriöse Medienanfrage von einer Redakteurin des Magazins Emotion:

Ein Absolute Beginner sein – wie fühlt sich das an? Dieser Frage möchte ich in einem Artikel für eine Frauenzeitschrift nachgehen und bin auf der Suche nach einer Frau über 30 Jahre, die noch Jungfrau ist und mit uns sprechen würde. Der Text wird eine Seite lang sein und soll in der Ich-Form geschrieben sein. Wer also gerne schreibt, kann den Text auch selber formulieren. Ansonsten können wir telefonieren oder ich schicke die Fragen per Mail. Namen und alles weitere können wir anonymisieren. Es geht vor allem um eure Innensicht: Beschäftigt es euch, noch Jungfrau zu sein oder denkt ihr da gar nicht so viel drüber nach? Vermisst ihr körperliche Nähe? Oder seid ihr glücklich, so wie ihr lebt? Geht ihr offen damit um, Jungfrau zu sein? Oder schämt ihr euch manchmal? In welchen Situationen? Wünscht ihr euch mehr Verständnis von euren Mitmenschen oder findet ihr das Thema Sex wird überbewertet? Fragen und alles Weitere gerne per Mail an: marie.sophie.krone@emotion.de.

Sascha (28) Informatiker – Neue AB-Portraits, online only!

Heute geht es weiter mit meiner neuen Serie bisher unveröffentlichter AB-Protokolle. Nach der Geschichte von Lucy (26), Mitarbeiterin in einem Pharmazieunternehmen, folgt hier das zweite von zehn AB-Portraits, die ich für mein Buch “Und wer küsst mich“, zu dem dieser Blog gehört, aufgezeichnet hatte, die dann aber im Lektorat aus dem Manuskript herausgekürzt wurden.

Sascha, 28, Informatiker: „Ich betrachte meine Beziehungslosigkeit als Behinderung“

Ich mache mehrere Faktoren dafür verantwortlich, dass ich keine Partnerin finde, und es ist schwer zu definieren, inwiefern sie sich gegenseitig beeinflussen und wo mein Leiden angefangen hat. Der einzige Faktor, der von außen reinspielt, ist die Emanzipation. Ich bin kein Mann, der sagt: „Frauen gehören an den Herd!“ Aber es kann doch keiner leugnen, dass noch vor zehn oder zwanzig Jahren viele Paare zusammenfanden, weil Männer und Frauen nur ein einziges Bild von einer Beziehung vermittelt bekamen: Der Mann war der Versorger, die Frau kümmerte sich um Kinder und Haushalt. Die Emanzipation hat mit diesem Bild gebrochen, was gut ist, uns aber auch mit einigen inkonsequenten Folgeerscheinungen zurückgelassen hat. Einerseits denken Frauen jetzt, was völlig in Ordnung ist, an ihre eigenen Karrieren, sind nicht länger auf die Männer als Versorger angewiesen und gehen ihre eigenen Wege. Andererseits retten sie die Emanzipation aber nicht mit hinüber ins Beziehungsleben. Da kommt kaum eine Frau auf die Idee, mal den ersten Schritt zu wagen. Da suchen sie nach den alten Mustern einen dominanten Mann, der das schon alles in die Wege leitet. Erfahren soll er sein und auf gar keinen Fall psychisch angeknackst. Daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern.

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Neue AB-Portraits – online only! Lucy (26), Mitarbeiterin in einem Pharmazieunternehmen

Als ich das Buch „Und wer küsst mich„, zu dem dieser Blog gehört, schrieb, habe ich insgesamt 20 Protokolle von Betroffenen aufgezeichnet. Meine liebe und sehr gute Lektorin Johanna Links vom Ch. Links Verlag meinte aber, das sei zuviel, das würde die Leser überfordern. Mit blutendem Herzen habe ich 10 Protokolle aussortiert und versucht, zumindest einige Zitate/O-Töne daraus zur Veranschaulichung in den Hintergrundkapiteln unterzubringen. Rückblickend muss ich sagen, dass Johanna Links Recht gehabt hat, es hat dem Buch gut getan, abgespeckt zu werden und mehr Gewicht auf die Hintergrundkapitel zu legen. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, um auch die aussortierten Protokolle zu veröffentlichen. Heute geht es los mit:

Lucy (26), Mitarbeiterin in einem Pharmazieunternehmen: „Es ist wie die Sehnsucht nach dem Meer, wenn man in den Bergen wohnt und dort glücklich ist“

Gelitten habe ich unter meiner Situation noch nie, aber mit jedem Jahr, das ich älter werde, kann ich noch ein bisschen besser damit umgehen. Meine Situation, das heißt: Ich habe geküsst und Petting erlebt, aber ich bin noch Jungfrau. Ich bin mit Jungs gegangen, aber nie in einen von ihnen verliebt gewesen. Natürlich habe ich manchmal so meine Anwandlungen. Bin traurig, weil ich keinen Partner habe, mit dem ich mein Leben teilen kann. Torschlusspanik ist das richtige Wort. Und Angst ist das richtige Wort für das Gefühl, das mich erfüllt, wenn ich manchmal daran denke, dass ich im Alter vielleicht ganz allein sein werde. Aber jetzt ist es bequem, beziehungsfrei zu sein. Mein böser Geist grinst immer in sich hinein, wenn Freunde mir von den Desastern in ihren aktuellen oder vorherigen oder gewünschten oder was auch immer für Beziehungen erzählen. „Davor hast du deine Ruhe!“, gratuliert er mir dann.

Ich hätte auch gar nicht die Zeit für einen Partner neben meiner Arbeit, meiner Jazzdancegruppe und meinem Spanischkurs. Den Rest des Tages dann auch noch seinen Ansprüchen gerecht zu werden, dazu fehlt mir die Lust. Kann aber auch sein, dass ich mir das nur einrede. Vielleicht will ich mich dadurch unbewusst nur von der Enttäuschung darüber ablenken, dass Weiterlesen