Bindungssehnsucht und Bindungsangst – wie passt das zusammen?

In „Und wer küsst mich“ erklärt Psychologin Stefanie Stahl wie Bindungsangst entsteht und warum sie bei vielen Absolute Beginners als Grund hinter ihrer Einsamkeit steckt, obwohl die Betroffenen sich doch eigentlich nach einer Beziehung sehnen. Wie geht das zusammen – Bindungssehnsucht und Bindungsangst? Das lest ihr ab Seite 28 in „Und wer küsst mich“ Auf DRadio Wissen hat Stefanie Stahl jetzt auch aktuell wieder ein Interview gegeben, aus dem ich euch ein paar Ausschnitte abgetippt habe. Das komplette Interview könnt ihr hier hören.

Stahl

Bildquelle: www.stefaniestahl.de

Wie kommen die Betroffenen darauf, dass sie Bindungsangst haben könnten?

Ich habe in meinen Seminaren „Jein. Bindungsängste erkennen und bewältigen“ Teilnehmer ab Mitte zwanzig, die spüren, wenn jemand auf sie zukommt und mit ihnen engeren Kontakt aufnehmen will, tatsächlich ein Gefühl der Angst: Darauf kann ich mich jetzt gar nicht einlassen.

Wie helfen Sie den Betroffenen?

Ich arbeite mit den Teilnehmern an ihrem Selbstwertgefühl, denn hinter der Bindungsangst verbergen sich Selbstwertzweifel. Das ist den meisten aber nicht bewusst. An der Oberflächliche spüren Sie ein Gefühl der Beklommenheit: „Ich brauche meinen Freiraum, das geht jetzt aber nicht, dass eine Partnerschaft mich so einengt.“ Dahinter aber verbirgt sich eine tiefere Sorge: „Vielleicht genüge ich dir nicht!? Wenn ich will, dass du bei mir bleibst, muss ich dir dann all deine Erwartungen erfüllen?“ Dadurch ergibt sich das Gefühl des Eingesperrtseins.

Und wie baut man ein Selbstwertgefühl auf?

Meine Teilnehmer müssen zuerst herausfinden: Was ist meine innerste Überzeugung von mir? Da kommt bei allen dasselbe heraus: Ich bin ein Versager, ich bin schlecht, ich bin Scheiße. Um die Bindungsanst zu überwinden, muss eine funktionalere psychische Programmierung entgegengesetzt werden: Ich bin ok!

Hört euch das komplette Interview mit Psychologin Stefanie Stahl hier an oder lest nach in „Und wer küsst mich“ auf Seite 28!

Wie spreche ich einen AB auf sein Problem an?

Oft werde ich von Nicht-Betroffenen gefragt: „Ich kenne da jemanden, der ist glaube ich ein AB – wie soll ich ihn/sie denn jetzt darauf ansprechen, ohne dass es blöd rüberkommt?“ In meinem Buch im Interview ab Seite 165 sagt AB-Experte Wolfgang Cronrath dazu, man möge bitte zuhören und sich die gut gemeinten Tipps verkneifen. Erstmal signalisieren, dass man wirklich interessiert ist, die Geschichte des Betroffenen zu hören und wie er sich fühlt. Auf Dauer (nach Wochen/Monaten!) muss man als echter Freund natürlich irgendwann sagen: So, genug gejammert, jetzt suchen wir mal nach einer Lösung. Aber zu häufig fangen die Nicht-Betroffenen gleich im ersten Gespräch über das Thema mit Lösungsvorschlägen an, und das kommt gar nicht gut.

Wie wäre es also mit einer offenen Frage: „Ich hab dich noch nie mit einem Partner gesehen – wie geht’s dir eigentlich damit? Ist das bewusst gewählt oder unfreiwillig so?“ Damit signalisiert man: Ich stempele dich nicht gleich als jemanden ab, der eh niemanden abkriegt, sondern traue dir auch zu, dass du dich vielleicht bewusst gegen eine Partnerschaft oder Sex entschieden hast. Da steht der Betroffene gleich ganz anders da. Oder nicht? Was meint ihr – wie spricht man einen AB am besten auf sein Problem an? Liebe ABs – würde euch ein solcher Gesprächseinstieg gefallen, würdet ihr euch daraufhin öffnen?

Gespannt auf eure Antworten – Maja

Wielander im Keller und auf dem Dach

Meine lieben Leser, ich möchte euch hier ausnahmsweise mal auf was ganz anderes aufmerksam machen, das nichts mit dem Thema Absolute Beginners zu tun hat: Mein Buch „Wielander im Keller und auf dem Dach“. Es ist eine Sammlung von Großstadtgeschichten, die ich als eBook veröffentlicht habe, weil alle angefragten Verlage meinen, die wären zwar toll (einige sind preisgekrönt), aber zu hart für die lieben Leser. Ich würde die Verlage so gerne vom Gegenteil überzeugen, und das könnte ich tun, wenn ihr das eBook rege herunterladet und konstruktive Kritiken bei Amazon schreibt. Wollt ihr mir helfen? Unten mehr zum Buch. Danke und LG, eure Maja

Zu Gast in TV Talkshow

joiz02_startAm 22. Oktober 2013 war ich in der Talkshow „Joizone“ des neuen Social TV-Senders Joiz zu Gast. Das Thema lautete natürlich: Absolute Beginners! Joiz sendet seit August deutschlandweit empfangbar über Kabel und Satellit aus Berlin. Der Sender macht ein Programm für junge Leute. Social TV bedeutet Interaktivität: die Zuschauer können mitmachen, zum Beispiel Livesendungen kommentieren, per Facebook Fragen an die Talkgäste stellen und so. Hier könnt ihr die Aufzeichnung der Sendung sehen!

Der Geheimtipp von Erotikcoach Monika Büchner

Zum Abschluss unseres Interviews in fünf Teilen mit Erotikcoach Monika Büchner aus Frankfurt habe ich die Expertin nach einem Geheimtipp gefragt: Frau Büchner, was können Sie Absolute Beginners als erstes raten, um aus ihrer Situation rauszukommen, womit sollten sie anfangen, was sollten sie wissen/erkennen oder was ist das zentrale Thema, an dem gearbeitet werden muss?

Monika Büchner 3Monika Büchner: Mein Geheimtipp heißt: Spielen! Ich rate, das Ganze mal spielerisch zu betrachten. Ganz kleine Schritte auszuprobieren mit dem Wissen, ich kann jederzeit zurückgehen. In sich hineinzuspüren: Ich bin ein Mann! Ich bin eine Frau! und das verinnerlichen. Und dann den Blick öffnen und hinauszugehen, in ein Café, auf einen Markt, in die Stadt und „weiterzuspielen“: Wer könnte mir gefallen? Und einfach mal kurz hinzuschauen,  vielleicht sogar einen Blickkontakt zu riskieren und den kleinen Schauer, den das im Innersten auslöst: GENIESSEN. Das ist der Anfang.

Alle weiteren Fragen und Antworten findet ihr weiter unten im Blog. Wir haben über Therapie versus Sexualberatung gesprochen, über Frau Büchners Erfahrungen mit Absolute Beginners beim Erotikcoaching, über vermeintlich „typische“ Absolute Beginners und über den Ablauf einer Sexualberatung von „Sensibilitätstraining“ bis „Körperarbeit“.

Reminder: Lesung diesen Samstag in Berlin!

DIESER TERMIN IST VORBEI!

Lesung aus Und wer küsst mich? am Samstag, 31. August, 20 Uhr, Frannz Lounge in der Berliner Kulturbrauerei – Autogrammstunde gibt’s auch! Findet alles im Rahmen der Berliner Buchnacht statt und das ist ne richtig schöne Veranstaltung: einmal Eintritt zahlen und eine ganze Nacht lang verschiedene Lesungen und Konzerte auf dem Gelände besuchen. Ich empfehle dringend noch: Bukowski waits forever… Wen von euch darf ich bei der Buchnacht kennenlernen?

Gibt es die typische erwachsene Jungfrau? Jein, meint die Sexualberaterin

Wir löchern in diesen Tagen Monika Büchner, Sexualberaterin aus Frankfurt am Main, mit fünf Fragen zum Thema: „Wie kann es einem Absolute Beginner gelingen, seine sexuelle Unerfahrenheit zu überwinden? Fragen 1, 2 und 3 findet ihr weiter unten im Blog.

Heute Frage Nr. 4 (a und b ;-)): Kann man Aussagen über eine „typische“ erwachsene Jungfrau machen? Gibt es mehr Betroffene als man denkt?

Monika Büchner 2Monika Büchner: Vom Äußeren her: Nein, da kann man keine Aussagen über typische ABs machen. Sie sind so verschieden wie alle anderen Menschen. Es gibt kleine, große, dicke, dünne, blonde, schwarze, braune, gelbe, weiße oder gestreifte 😉

Vom Inneren her:  Ja, da gibt es schon typische Eigenschaften. Selbstverständlich ist jeder unsicher. Denn man will ja vollkommenes Neuland betreten. Klar, hat Mann oder Frau Angst vor dem Ungewissen. Wie wird es sein? Wenn ein Mensch 15 Jahre alt ist und zum ersten Mal einen anderen Menschen küsst, klar ist er aufgeregt. Hat vielleicht schwitzende Hände und Achselhöhlen und ein rotes oder blasses Gesicht. Das ist selbstverständlich. Als erwachsener AB könnte man sich wie ein 15-jähriger fühlen, der wie ein Erwachsener agieren soll. Wie macht man das? Klar ist das schwierig. Man hat ja Null Erfahrung. Aber man kann es lernen.

Und ja, ich halte die Gruppe der AB’s für größer als man denkt. Zu mir kommen Männer und Frauen aller Altersstufen und Berufsrichtungen. Da gibt es IT-Manager, Bäckereiverkäuferinnen,  Psychotherapeuten, Buchhalterinnen. Fast alle, die ich bisher erlebt habe, machten einen vollkommen unauffälligen Eindruck und waren eingebunden in ihrem sozialen Netzwerk. Je älter sie werden, desto schwerer wird es, sich zu öffnen. Deshalb nutzen sie mein Angebot.

Und die Antwort auf die fünfte Frage gibt’s dann auch bald hier im Blog: Zum Schluss bitte einen Geheimtipp: Was können Sie Absolute Beginners raten, um aus ihrer Situation rauszukommen, womit sollten sie anfangen?

Absolute Beginners beim Erotik Coach: Frage 3 an Monika Büchner

Exklusiv hier auf www.und-wer-kuesst-mich.de: ein Interview in fünf Fragen mit Sexualberaterin Monika Büchner aus Frankfurt am Main!

Heute bekommt ihr die Antwort auf Frage Nr. 3: Liebe Frau Büchner, welche Erfahrungen haben Sie mit Absolute Beginners in Ihren Beratungsstunden gemacht?

Monika Büchner 4Monika Büchner: Die wunderbarste Erfahrung, die ich bisher machen durfte, war die Arbeit mit einem Mann Anfang 50. Er stand selbstbewusst im Beruf, alles außenherum klappte gut. Er sah gut aus, alles bestens. Aber er hatte keinerlei Erfahrung mit Frauen und auch nicht mit der eigenen Lust. „Warum“ das so war hätte mich schon interessiert. Aber er wusste es nicht und auch das Jahr Psychotherapie hat es nicht zu Tage gebracht. Es war so, wie es war. Und wir begannen zu arbeiten. Er lernte: den eigenen Körper zu spüren und zu genießen. Er lernte, seine Männlichkeit zu schätzen und Lust zu empfinden. Er lernte seine Umgebung mit anderen Augen zu betrachten und sich anders zu verhalten. Seine Ausstrahlung veränderte sich im Laufe der Zeit fundamental. Seine Männlichkeit erwachte. Vorher war sie für mich als Frau nicht spürbar gewesen und ich war beim Erstgespräch unsicher: ist er hetero- oder homosexuell? Er lernte unter meinen Händen seinen Körper kennen und genießen. Er lernte wie er auf vielerlei Art und Weisen sich selbst und einer Partnerin Lust bereiten konnte. Er lernte, hinauszugehen ins Leben mit seiner neuen Ausstrahlung und damit zu spielen. Es war nicht immer leicht für ihn, im Gegenteil. Immer wieder gab es weitere Grenzen, die es zu überwinden galt. Seine Durchhaltekraft, sein Mut, seine Kreativität waren gefordert, und er erreichte sein Ziel. Heute befindet er sich in einer glücklichen Partnerschaft. Sein Leben hat sich komplett verändert. Ich bin genauso glücklich wie er selbst über seine Entwicklung, denn für mich als Coach ist das ja eine win-win Situation.

Zwei Fragen hat Monika Büchner hier im Blog schon beantwortet (siehe unten), zwei weitere wird sie noch beantworten. Also: Schaut die Tage mal wieder vorbei!